Ein lebenslanger Teil unserer Familie


Unsere Welpen werden in unserem Schlafzimmer geboren, wo sie auch die ersten Wochen werden verbringen dürfen bis sie schließlich ihr Welpenquartier in unserem Wohnzimmer beziehen. Natürlich werden sie aber auch unsere Terrasse und unseren Garten erkunden. Wenn sie alt genug sind, werden sie auch bereits das Autofahren kennenlernen und mit uns andere Orte und Hunde erkunden dürfen.
Als verantwortungsvoller Züchter hat man bereits eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten wie man seine Welpen auf ihr zukünftiges Leben vorbereiten kann. Dazu gehören eine altersgerechte Stimulation der Welpen, das Bekanntmachen mit den verschiedensten Geräuschen, und Dingen, sowie von Anfang an eine Verstärkung von gewünschtem Verhalten. So lernen unsere kleinen Schätze vom ersten Tag an was lohnendes Verhalten ist und welches nicht.

Bestens vorbereitet auf das Leben

1. – 3. Woche
In der Natur halten sich Welpen in ihrer Wurfhöhle oder der unmittelbaren Umgebung dazu auf. Sie befinden sich in einem sehr entspannten Zustand, da ihr Gehirn vom Parasympathikus dominiert wird. Dieser dient der Erholung und des Aufbaus von körpereigenen Reserven. Der Körper konzentriert sich ganz auf das Wachstum. Von Anfang an verfügen sie bereits über Tast-, Geruchs- und Geschmackssinn, auch wenn diese sich erst über die nächsten Monate fertig entwickeln werden. Sie machen jetzt bereits erste Lernerfahrungen. Leichte Temperaturschwankungen sowie Hungergefühl stellen bereits erste, ganz geringe Stressoren für sie dar. Das Erreichen der Wärmequelle (Mama und Geschwister) sowie der Zitzen stellt ganz automatisch eine Belohnung für ihre Anstrengungen dar. Man kann hier als Züchter bereits Grundsteine für ausgeglichene und lernfähige Welpen legen, wenn man sie nicht sofort an die Zitze der Mama anlegt, sondern sie selber suchen lässt.

Ab dem 3. Tag fangen wir mit der neurologischen Frühstimulation nach Battaglia an. Hierbei werden bis zum 16. Lebenstag täglich 5 ganz kurze Übungen durchgeführt (Bio Sensor Programm), die die Welpen stressresistenter, lernfähiger und gesundheitlich robuster machen sollen. Da wir in dieser Zeit bereits täglich intensiven Kontakt zu unseren Welpen haben, verbinden sie die menschlichen Gerüche und Berührungen von Anfang an mit einem Sicherheitsgefühl.

Alles, was die Welpen zu dieser Zeit kennenlernen, speichern sie als etwas ganz Selbstverständliches ab. Daher legen wir ganz besonderen Wert darauf, dass die Welpen von Anfang an in unserem normalen Alltag mit dabei sind. So lernen sie vom ersten Tag an die verschiedensten Gerüche und Geräusche im Haushalt kennen, von Staubsauger und Haushaltsgeräten über Musik und Fernsehen bis hin zum normalen menschlichen Stimmengewirr. Da wir neben einer Schule wohnen, gehören auch direkt Geräusche von außen zu ihrem Alltag dazu, wie vorbeifahrende Autos, zugeschlagene Autotüren, schreiende Kinder etc.. Zusätzlich arbeiten wir auch mit einer speziellen, von Experten entwickelten und von Tierärzten empfohlenen Geräusch-CD, mit der zum Beispiel Feuerwerk und Gewitter abgespielt werden. Da unsere Welpen in unserem Wohnzimmer groß werden nehmen sie auch ganz automatisch die verschiedenen Helligkeiten des Tag- Nachtrhythmus wahr. Außerdem präsentieren wir ihnen auch immer mal wieder unterschiedliche Untergründe in ihrem Wurflager, sodass selbst eine raschelnde Plastikfolie sie nicht aus der Ruhe bringen kann.

In dieser Phase bauen wir auch bereits den Duft von Lavendel als konditioniertes Entspannungssignal auf. Dies läuft alles komplett unbewusst ab, d.h. die Welpen müssen überhaupt nichts dafür tun. Es funktioniert aber sehr effektiv und gibt unseren zukünftigen Welpenfamilien ein wertvolles Tool an die Hand, um die Welpen beim Einzug in ihr neues Zuhause, beim Etablieren von Ruhezeiten oder beim Relaxen während eines Restaurantbesuchs unterstützen zu können.

Als Züchter kann man bereits einen großen Grundstein für die Stubenreinheit legen. Zwischen dem 16. und 21. Tag lernen die Welpen Kot und Urin selbstständig abzusetzen. Sie verlassen dazu ihr Wurflager. Dies ist eine ganz spannende Phase, denn die Welpen entwickeln eine Untergrundpräferenz für die Versäuberung. Wenn sie sich beim Züchter immer auf weichen Materialien wie Decken oder Handtüchern lösen, werden sie auch in ihrem neuen Zuhause nach diesen Materialien suchen um ihre Geschäfte zu verrichten. Das kann ihrer neuen Familie eher Probleme beim Training der Stubenreinheit bereiten. Wir machen uns diese Tendenz zunutze, indem wir neben ihre Ruhe-, Spiel und Fresszone ein Stück Rollrasen auslegen. Das erleichtert es enorm, denn sie werden es bevorzugen sich auf Gras zu lösen als auf Decken oder dem Fliesen- oder Holzboden ihrer neuen Familie.

4. – 5. Woche
Jetzt wird es so richtig spannend, denn die Zwerge werden immer agiler und beginnen ihr Wurflager zu verlassen. Die wichtigsten Reifungsprozesse im Gehirn finden in den ersten 6 Wochen statt. So reagiert das vegetative Nervensystem durch die Ausschüttung von Adrenalin nun verstärkt auf Außenreize. Man kann auch bereits beobachten, dass sie ihnen bekannte Reize wiedererkennen. Nun kommen uns schon mal Familie und Freunde, teils auch mit sehr ruhigen, sozialen Hunden besuchen. Und natürlich sind auch unsere zukünftigen Welpenbesitzer herzlich dazu eingeladen uns besuchen zu kommen und Zeit mit den kleinen Knirpsen zu verbringen.

Noch überwiegt Neugier meist noch der Unsicherheit. Allerdings könnten sie nun auch bereits ab und an mit Meide-, Flucht oder Angstverhalten reagieren. Daher legen wir ein ganz besonderes Augenmerk darauf, dass sie täglich verschiedene Reize auf eine positive oder zu mindestens neutrale Art und Weise kennenlernen. Gerade bei Stressoren, die Angst auslösen könnten, gehen wir ganz behutsam vor. Plötzliche Reize, wie das Aufschütteln einer Decke, lernen unsere Welpen jetzt immer mal wieder kennen, werden im Anschluss nach einer solchen Wahrnehmung aber auch direkt mit besonders leckerem Futter oder einer fröhlichen Stimmung belohnt. Wir achten dabei extrem darauf, dass die Welpen in ihrem emotionalen Gleichgewicht bleiben oder sofort wieder dorthin zurückfinden. Wir fördern die Welpen ohne sie zu überfordern!

In dieser Phase fangen wir auch an erste Handling-Maßnahmen durchzuführen. Sie wird bei der gemeinsamen Interaktion auch schon mal in die Öhrchen hinein geschaut und das Mäulchen, sowie der Rest des Körpers abgetastet. In unserem Wohnzimmer steht außerdem eine Hundebox, in der es immer mal wieder tolle Leckereien oder Spielzeuge zu finden gibt. So lernen die Welpen, dass eine Box etwas Tolles darstellt und im besten Fall etwas Positives passiert, wenn man da hinein tapst.

Zwischen der 5. und der 8. Woche spielen die Nervenfasern und ihre Verknüpfungen eine besonders wichtige Rolle, weswegen es wichtig ist, dass die Hunde in dieser Phase interessante und abwechslungsreiche Umgebungen kennenlernen. Unsere Welpen verbringen nun immer mehr Zeit mit uns draußen auf der Terrasse, wo sie jeden Tag neuen Dingen begegnen, wie Laubhaufen, Bällebad oder Wackelkissen, die ihre Koordination und Motorik testen. Ganz bewusst verbringen wir hier auch immer mal ein bisschen Zeit, wenn es bereits dunkel ist, damit auch das für sie kein Grund zum fürchten ist.

Ab der 4./5. Woche werden unsere Welpen mit sehr hochwertigem Nassfutter dazu gefüttert. Dies ist für uns der Startschuss um auch mit anderem Training zu beginnen, nämlich mit Übungen zum Rückruf. Jedes Mal, bevor wir zu dem Futter greifen und es den Welpen hinstellen, pfeifen wir. Dadurch wird der Pfiff zur Ankündigung für das Essen. Nach und nach bauen wir auch kleine Ablenkungen ein und so bauen wir auf spielerische Art und Weise ein Signal auf, welches die zukünftigen Welpeneltern dann nur noch weiter ausbauen müssen. Außerdem fangen wir zu dieser Zeit auch an, unseren Welpen immer mal vor dem Essen ein physiotherapeutisch ideal angepasstes Geschirr umzulegen, welches wir nach dem Essen wieder entfernen. So wird auch dies bereits positiv konditioniert. Von Anfang an arbeiten wir ausschließlich über positives Training mit unseren Welpen, indem wir erwünschtes Verhalten beachten und belohnen, während unerwünschtes Verhalten ignoriert oder sanft abgebrochen wird. Auch hier machen sie erste wichtige Lernerfahrungen, die den späteren Besitzern sehr helfen werden.



6. – 8. Woche
Ab der 6. Woche beginnt eine sensible Phase bei den Welpen, in der das vegetative Nervensystem zunehmend vom Sympathikus (Stress) dominiert wird. Die Hundekinder können jetzt vermehrt unsicher oder sogar ängstlich auf neue Reize reagieren. Deswegen ist es ganz besonders wichtig, dass sie bei allem was sie neu kennen lernen, niemals einen Kontrollverlust erfahren. Wir setzen neue Reize nur ganz behutsam ein und lassen die Welpen selber entscheiden, ob sie sich damit beschäftigen möchten und in welcher Intensität. Kleine motorische Herausforderungen wie Wackelbretter und Bällchenbad fördern ihr Selbstbewusstsein und spielen eine wichtige Rolle bei der Gesunderhaltung der Gelenke. Der Gelenkknorpel wird nur unter Belastung genährt, also durch die Aufnahme von Nährstoffen aus der Gelenkschmiere. Vielfältige und abwechslungsreiche Bewegungen helfen der Schmierung der Gelenkoberfläche. Deswegen dürfen die kleinen Racker auch bereits einen kleinen Welpen-Pool, sowie Sand kennenlernen. Wir arbeiten außerdem mit speziellen Matten aus dem Humanphysiotherapie-Bereich, die verschiedene Oberflächen und Härtegrade haben. Sie aktivieren die Wahrnehmung im Raum durch die Propriozeptoren an den Pfotenunterseiten und trainieren Muskulatur und Gleichgewicht.
In dieser Phase unternehmen wir auch schon kleine Autofahrten mit ihnen zu bisher unbekannten Plätzen und lassen sie dort erkunden. Wir präsentieren immer mal wieder neue Dinge und Spielsachen und initiieren selber Spielrunden mit ihnen, damit sie unabhängiger von ihren Geschwisterchen werden. Dies ist auch die Zeit, in der man den Welpen ihren jeweiligen Familien zuordnen kann. Aus den Erfahrungen der letzten Wochen heraus kann man schon Tendenzen im Charakter herleiten und so entscheiden, in welcher Familie der jeweilige Welpe am besten aufgehoben ist. Soll ein Hund später im Sport geführt werden, bietet es sich natürlich an, dass dieser Hund bei den verschiedenen Aktivitäten bei uns nicht der ängstlichste war und sich neuen Herausforderungen mutiger gestellt hat. Nichtsdestotrotz verstehen wir natürlich, dass es manchmal einfach diese Teams gibt, die sich sehen, sich verlieben und wo alle bereits zu erahnenden Tendenzen dann in den Hintergrund rücken. Wir werden immer versuchen, diese Teams zusammen zu bringen. Daher ist es auch so schön, wenn die zukünftigen Welpeneltern uns regelmäßig besuchen kommen und so schon einen Band zu einem ganz spezifischen Welpen schließen können. Gerne können auch getragene Kleidungsstücke bei uns abgegeben werden, die wir dem Welpen immer mal wieder geben. Das erleichtert es ihnen dann, sich im neuen Zuhause einzuleben.

Und ganz am Ende kommt für uns dann der allerschwierigste Schritt, nämlich wenn wir unsere kleinen, so wohl behüteten und mit ganz viel Liebe und Wünschen aufgezogenen Hundekinder in die Hände ihrer neuen Familien übergeben. Aber wir sind uns sicher, dass sich bis dahin die richtigen Dreamteams gefunden haben und wir sowohl den Familien, als auch den Welpen alle wichtigen Tools an die Hand bzw. Pfote geben konnten, um sie eine starke Einheit werden zu lassen. Da unsere kleinen Fellbabies immer zur Familie gehören werden, freuen wir uns sehr darüber, wenn die Familien uns auf dem Laufenden halten und uns auch in Zukunft mit Infos und Fotos versorgen können. Da wir uns auch weiter nur das Beste für sie wünschen, werden sie ihr lebenlang unter besonderen Konditionen in meiner Hundeschule willkommen sein.

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